Manuelle Triggerpunkt-Therapie: Die grossflächige Triggerpunkt-Therapie

Bei der Manuellen Triggerpunkttherapie werden die Triggerpunkte manuell behandelt, um die Verspannungen dauerhaft zu lösen. Man unterscheidet zwischen Triggerpunkt-Techniken, die direkt den Triggerpunkt behandeln, und Faszien- Techniken oder Release-Techniken, die grossflächig auf den ganzen Muskel und dessen Faszien einwirken. Die Manuelle Triggerpunkttherapie wird mit starkem manuellem Druck ausgeführt und kann daher für den Patienten auch schmerzhaft sein. Genauso wie beim Dry Needling wird dieser Schmerz jedoch meist als lösendes „Wohlweh“ empfunden. 

Geschichte des Manuellen Triggerpunkt-Therapie

Dr. Ida Rolf (1896 - 1979).  Sie studierte als eine der ersten Wissenschaftlerin vor allem die Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes und entwickelte das Rolfing. Die manuelle Triggerpunkt-Therapie wurde inspiriert vom Rolfing.

Dr. Ida Rolf (1896 - 1979). Sie studierte als eine der ersten Wissenschaftlerin vor allem die Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes und entwickelte das Rolfing. Die manuelle Triggerpunkt-Therapie wurde inspiriert vom Rolfing.

Als Janet Travell in den frühen vierziger Jahren das Konzept der myofaszialen Triggerpunkte einführte, entwickelten sich verschiedene manuelle Therapieverfahren zur Behandlung von Triggerpunkten: so zum Beispiel die ischämische Kompression, das "Myofascial Release", die postisometrische Relaxation und andere. Ebenso hat man mit der klassischen Massage schon seit je Triggerpunkte behandelt, ohne jedoch dabei bereits die Triggerpunkt-Nomenklatur zu verwenden. Entsprechende Dokumente gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück.
Die Manuelle Triggerpunkt-Therapie, wie wir sie unterrichten, wurde in den frühen achtziger Jahren vom Schweizer Arzt Dr. med Beat Dejung entwickelt. Inspiriert durch die Arbeiten von Ida Rolf (1896 - 1979) und vom Konzept der Triggerpunkt-Therapie nach Simons und Travell, erarbeitete Dejung zusammen mit einer Gruppe von Physiotherapeuten die systematische Manuelle Triggerpunkt-Therapie, die auch als "Swiss Approach to Trigger Point Therapy" bekannt ist. Mit der Manuellen Triggerpunkt-Therapie werden die Triggerpunkte und das Bindegewebe und die Faszien behandelt.

Die Techniken der Manuellen Triggerpunkt-Therapie

Wir unterscheiden zwischen Triggerpunkt-Techniken, die direkt auf den Triggerpunkt und den Hartspannstrang zielen, und Faszien-Techniken oder Release-Techniken, die grossflächig und unabhängig von der Lokalisation der Triggerpunkte auf den ganzen Muskel und deren Faszien einwirken. Die einzelnen Techniken werden aus didaktischen Gründen numeriert in Technik I bis Technik IV. Die Triggerpunkt-Techniken (Technik I und II) und die intermuskuläre Mobilisation (Technik IV) werden mit starkem manuellem Druck ausgeführt. Die Triggerpunkt-Therapie ist deshalb schmerzhaft. Dabei gilt jedoch der Grundsatz, dass der Behandlungsschmerz für den Patienten tolerabel bleiben muss und wenn möglich als «Wohlschmerz» empfunden werden soll. Je präziser der Triggerpunkt behandelt wird, desto weniger Druck muss appliziert werden. Relevante Kontraindikationen sind auszuschliessen und Patienten sollen über mögliche Behandlungsreaktionen informiert sein. Die Triggerpunkt-Kompression (Technik I) kann mit simultaner passiver oder aktiver Längenveränderung des behandelten Muskels kombiniert werden, um den Effekt zu optimieren. Die Faszientechnik (Technik III) soll so ausgeführt werden, dass sie nicht schmerzhaft ist. Ob zur Behandlung eines bestimmten Triggerpunkts Dry Needling eine Manuelle Triggerpunkt-Therapie oder eine Kombination der beiden Techniken eingesetzt wird, entscheidet der Therapeut zusammen mit dem Patienten. Auch hierzu vermitteln wir wertvolles Wissen in unseren Triggerpunkt-Therapie-Kursen.

Triggerpunkt-Techniken

  • Technik I: lokale Kompression des Triggerpunktes
  • Technik II: lokale manuelle Längsdehnung der Triggerpunktzone und des unmittelbar benachbarten Abschittes des Hartspannstranges

Faszien-Techniken

  • Technik III: grossflächiges manuelles Lösen des Bindegewebes und der Faszien um den Triggerpunkt herum
  • Technik IV: manuelles Lösen des Bindegewebes und der Faszien zwischen zwei Muskeln (intermuskuläre Mobilisation)
Technik I und II des M. gastrocnemius

Technik I und II des M. gastrocnemius

Technik III des M. latissimus dorsi

Technik III des M. latissimus dorsi

Technik IV des M. biceps femoris

Technik IV des M. biceps femoris